Typen von Shit Tests

Shit Tests sind keine Einheitsgröße. In der Pick-up-Community und im modernen Dating-Coaching wird zwischen verschiedenen Typen unterschieden – nicht als starre Taxonomie, sondern als praktisches Werkzeug zur schnellen Einordnung. Wer den Typ erkennt, weiß, welche innere Haltung gerade geprüft wird: Selbstwert, Authentizität, Grenzen, Humor oder emotionale Stabilität.

Dieser Leitfaden vertieft die Klassifikation aus Shit Tests. Ziel ist, wiederkehrende Muster zu erkennen – und sie von echtem Desinteresse zu unterscheiden.

Warum Typen unterscheiden?

Ein Status-Test prüft etwas anderes als ein Compliance-Test oder Jealousy-Test. Wer pauschal mit Humor oder Dominanz antwortet, kalibriert schlecht. Die Typologie dient der schnellen Diagnose, der passenden Haltung und der Kalibrierung über Indicators of Interest.

Shit-Test-Typen – Hierarchie

Wurzel
Shit Test
Verbal
Status, Intent, Looks, Compliance, Jealousy, Social, Frame
Nonverbal
Mimik, Körpersprache, Timing – gleiche Unterkategorien möglich

Die sieben Haupttypen im Überblick

In Field Reports, Foren und Coach-Materialien tauchen wiederkehrend sieben Kategorien auf. Sie überlappen sich – ein einzelner Satz kann mehrere Ebenen gleichzeitig testen.

001. Status- und Kompetenz-Tests

Diese Tests zielen auf sozialen Wert, Beruf, Bildung, Lifestyle oder Erfolg. Formulierungen klingen oft spöttisch oder herablassend:

  • „Was machst du so – wenn du überhaupt arbeitest?“
  • „Bist du einer von diesen Pick-up-Typen?“
  • „Du wohnst bestimmt noch bei deinen Eltern.“

Was geprüft wird: Ob dein Selbstwert von externen Faktoren abhängt und ob du dich rechtfertigst, wenn jemand deinen Status infrage stellt.

Typische Fehlreaktion: Lange Monologe über Gehalt, Karriere oder Erfolge – das wirkt needy und bestätigt die Annahme, dass du deinen Wert erklären musst.

002. Intent- und Authentizitäts-Tests

Hier geht es um deine Absichten und Glaubwürdigkeit:

  • „Du sagst das bestimmt allen Frauen hier.“
  • „Suchst du heute Abend nur eins?“
  • „Bist du immer so ein Flirt?“

Was geprüft wird: Ob du eine Routine abspulst, ob du authentisch bist und ob du zu viel Interesse zeigst (Neediness). Intent-Tests hängen eng mit der Push Pull Dynamik zusammen.

003. Looks- und Körper-Tests

Kommentare zu Aussehen, Größe, Alter, Kleidung oder Stil:

  • „Du bist zu klein für mich.“
  • „Nice Shirt – hat deine Mutter das ausgesucht?“
  • „Wie alt bist du eigentlich?“ (provokant, nicht neugierig)

Was geprüft wird: Ob du Unsicherheiten in deinem Erscheinungsbild hast und ob du bei oberflächlicher Kritik aus dem Konzept kommst.

004. Compliance-Tests

Bitte, Aufforderungen oder kleine Forderungen, die deinen Rahmen testen:

  • „Kauf mir einen Drink.“
  • „Zeig mal dein Handy.“
  • „Tanz jetzt für mich.“

Was geprüft wird: Ob du Grenzen setzen kannst, ohne unhöflich oder unterwürfig zu werden. Hier ist Frame Control zentral: Wer jede Forderung erfüllt, verliert den Frame; wer aggressiv ablehnt, wirkt unsicher.

005. Jealousy- und Vergleichs-Tests

Erwähnungen von Ex-Partnern, anderen Männern oder Konkurrenz:

  • „Mein Ex war ein erfolgreicher Anwalt.“
  • „Der Typ an der Bar ist viel attraktiver.“
  • „Ich treffe mich gleich noch mit jemand anderem.“

Was geprüft wird: Eifersucht, Vergleichsdenken und emotionale Reaktivität. Souveräne Reaktion: unbeeindruckt bleiben, nicht konkurrieren, Thema spielerisch umdeuten.

006. Social- und Gruppen-Tests

In Mixed Sets oder mit Freundinnen – Tests, die deine soziale Kompetenz unter Beobachtung prüfen:

  • Freundin fragt: „Was will er eigentlich von dir?“
  • Augenkontakt mit der Gruppe, während die Zielperson provoziert
  • „Wir gehen gleich – du kannst uns nicht folgen.“

Was geprüft wird: Ob du die Gruppe einbeziehst, ob du unter sozialem Druck stabil bleibst und ob du die Zielperson respektvoll behandelst, ohne die Freundinnen zu ignorieren.

007. Frame- und Dominanz-Tests

Direkte Angriffe auf deine Gesprächsführung oder Autorität im Interaktionsrahmen:

  • Unterbrechen und Thema dominieren
  • „Du redest zu viel.“
  • „Hör mal, du bist nicht so witzig, wie du denkst.“

Was geprüft wird: Ob du den conversational Frame hältst oder dich zurückziehst. Amused Mastery ist hier oft die stärkste Antworthaltung: amüsiert erkennen, dass ein Spiel stattfindet, ohne in die Defensive zu gehen.

Typ
Beispielformulierung
Kernprüfung
Empfohlene Grundhaltung
Häufigkeit
Status-Test
„Was machst du beruflich?“ (spöttisch)
Selbstwert unabhängig vom Beruf
Kurz, humorvoll, ohne Rechtfertigung
Sehr hoch
Intent-Test
„Das sagst du allen.“
Authentizität, Neediness
Amüsiert, nicht eins zu eins bestreiten
Hoch
Looks-Test
„Du bist nicht mein Typ.“
Unsicherheit bei Ablehnung
Spielerisch, Frame halten
Mittel
Compliance-Test
„Kauf mir einen Drink.“
Grenzen, Frame Control
Freundlich ablehnen oder umdeuten
Mittel
Jealousy-Test
„Mein Ex war erfolgreicher.“
Eifersucht, Reaktivität
Unbeeindruckt, Thema wechseln
Mittel
Social-Test
Freundin: „Was will er von dir?“
Soziale Kalibrierung
Gruppe einbeziehen, charmant bleiben
In Gruppen hoch
Frame-Test
„Du redest zu viel.“
Gesprächsführung, Dominanz
Amused Mastery, ruhig weitermachen
Niedrig bis mittel

Verbale vs. nonverbale Shit Tests

Nicht jeder Test kommt als Satz. Nonverbale Formen sind subtiler, aber genauso aussagekräftig:

Verbale Tests – direkte Fragen, Spott, abschätzige Kommentare, übertriebene Desinteresse-Floskeln.

Nonverbale Tests – Augenrollen nach einem Compliment, spielerisches Wegdrehen, langes Schweigen nach deiner Aussage, demonstratives Handy-Checken, körperliche Distanz mit anschließendem Blickkontakt.

Die Einordnung erfolgt über das Gesamtbild: Nonverbale Signale allein können auch echtes Desinteresse sein. Entscheidend ist, ob Indicators of Interest parallel auftreten – Lachen, Nachfragen, Körper zu dir drehen, Gespräch fortsetzen.

Merkmal
Verbale Tests
Nonverbale Tests
Form
Klare Formulierung, direkte Fragen, Spott
Mimik, Körpersprache, Timing
Tonfall
Oft spielerisch oder spöttisch erkennbar
Subtiler – Augenrollen, Wegdrehen, Schweigen
Kalibrierung
Worte und Tonfall gemeinsam lesen, IOIs parallel prüfen
Gesamtbild aus Mimik, Distanz und anschließendem Blickkontakt bewerten

Typen nach Interaktionsphase

Shit Tests treten in unterschiedlichen Phasen auf – und ihre Bedeutung verschiebt sich:

  1. Attract Phase – Status-, Looks- und Intent-Tests dominieren. Hier sind sie in der klassischen Pick-up-Lehre am häufigsten und oft am spielerischsten gemeint.
  2. Comfort Phase – Tests werden subtiler: Themen wie Ex-Partner, Treffen mit Freundinnen, Zukunftspläne. Provokation kann echte Unsicherheit signalisieren.
  3. Seduction / Escalation – Compliance- und Frame-Tests nehmen zu; manche Formulierungen sind echte Grenzsignale und kein Spiel mehr.

In späteren Phasen ist die Fehlinterpretation riskanter. Was in der Attract Phase als Test gelesen wird, kann in der Comfort- oder Seduction-Phase ein echtes Nein oder Unwohlsein sein. Consent und klare Grenzsignale haben immer Vorrang.

Schwer vs. leicht: Intensitätsstufen

  • Leicht – spielerischer Ton, Lächeln, einmalige Formulierung
  • Mittel – wiederholte Tests, gemischte IOIs
  • Schwer – ernster Tonfall, mehrfache Ablehnungssignale

Bei leichten Tests reichen Humor und Amused Mastery. Bei schweren Tests mit echten IODs ist respektvoller Abbruch die angemessene Reaktion.

Test-Häufigkeit nach Kontext

Attract Phase

ca. 70 %

Comfort Phase

ca. 20 %

Spätere Phasen

ca. 10 % – hier Vorsicht bei Grenzsignalen

Checkliste: Typ richtig einordnen

  • Ich habe den Inhalt einer der sieben Hauptkategorien zugeordnet
  • Ich habe Tonfall und Körpersprache mit einbezogen, nicht nur die Worte
  • Ich habe geprüft, ob IOIs parallel auftreten
  • Ich habe zwischen erstem spielerischen Test und wiederholtem Desinteresse unterschieden
  • Ich habe die Interaktionsphase berücksichtigt (Attract vs. Comfort vs. Escalation)
  • Ich habe erkannt, ob es verbal oder nonverbal getestet wird
  • Bei Compliance-Tests: Ist die Forderung respektvoll ablehnbar?
  • Bei Unsicherheit: Klares Desinteresse respektieren statt „durchhalten“

Ethische Einordnung

Nicht jede kritische Aussage ist ein Test. Manche Formulierungen sind berechtigte Grenzsetzung. Typen als Orientierung nutzen – bei echtem Desinteresse respektvoll zurückziehen.

Häufig gestellte Fragen

Q: Welcher Typ ist am häufigsten?

A: Status- und Intent-Tests treten in Field Reports am häufigsten auf – besonders in der Attract Phase.

Q: Können mehrere Typen gleichzeitig auftreten?

A: Ja. Ein einzelner Satz kann Status und Intent gleichzeitig testen. Die Typologie dient der Einordnung, nicht der starren Trennung.

Q: Kommen Shit Tests nur von Frauen?

A: Nein. Das Konzept beschreibt soziale Prüfungen im Kennenlernen – unabhängig vom Geschlecht der beteiligten Personen.

Q: Muss ich auf jeden Test antworten?

A: Nein. Ignore and Continue oder ein respektvoller Abbruch sind bei echten IODs oft die bessere Wahl als eine ausgeklügelte Antwort.

Q: Wann ist es kein Test?

A: Bei klarem Nein, wiederholten IODs, ernstem Tonfall ohne spielerische IOIs oder wenn Grenzsignale in späteren Phasen auftreten.